Der Bahnhof Heerstraße in Berlin

Seit 1882 kreuz die Bahnstrecke von der Stadtbahn zur Hamburger Bahn, die sogenannte "Berlin-Hamburger Anschlußbahn" die Döberitzer Heerstraße (heute nur noch Heerstraße) an der Stelle des heutigen S-Bahnhofs Heerstraße. Ein Bahnhof wurde an dieser Stelle erst mit der Entwicklung des heutigen Ortsteils Westend erforderlich.


Die Straßenseite des Empfangsgebäudes des Bahnhofs Heerstraße

Gleisseite des Bahnhofs um 1910

Dieser Bahnhof wurde am 1. November 1909 eröffnet. Allerdings war zu diesem Zeitpunkt die neue Strecke der Vorortbahn nach Spandau über Rennbahn (heute Olympiastadion) und Pichelsberg noch in Bau. Der neue Bahnhof Heerstraße berücksichtigte konzeptionell seine spätere Rolle als Bahnhof der Vorortbahn, wurde jedoch provisorisch als Halt an der Berlin-Hamburger Anschlußbahn in Betrieb genommen. Hierfür wurde der für den späteren Vorortverkehr angelegte Mittelbahnsteig nach Osten verbreitert und östlich der Bahn ein provisorischer Seitenbahnsteig angelegt. Dieser erhielt einen separaten Zugang zur Heerstraße mit einem Portal an der Straße.


Der provisorisch verbreiterte Mittelbahnsteig und der provisorische Außenbahnsteig an der Berlin-Hamburger Anschlußbahn

Der provisorische Zugang des Außenbahnsteiges zur Heerstraße
Am 5. September 1911 wurde die neue Vorortstrecke nach Spandau eröffnet. Zwischen den Bahnhöfen Charlottenburg und Heerstraße mußten sich die Vorort- und die Fernzüge allerdings noch ein Gleispaar teilen.

In Richtung Spandau verließ die neue Vorortbahn die Strecke direkt hinter dem Bahnhof Heerstraße, der provisorische Seitenbahnsteig war somit weiterhin erforderlich. In Richtung Charlottenburg konnten die Vorortbahnen nun bereits an der westlichen Bahnsteigkante des Mittelbahnsteiges halten. Die Strecken führten südlich des Bahnhofs Heerstraße zusammen.

Erst mit der Umgestaltung der Bahnanlagen westlich des Bahnhofs Charlottenburg, in dessen Rahmen auch der neue Bahnhof Ausstellung (heute Westkreuz) angelegt wurde, erhielt die Vorortbahn nach Spandau ein eigenes Gleispaar. Am 23. August 1928 wurden die neuen Vorortgleise in Betrieb genommen und der Bahnhof Heerstraße konnte in seinen Endzustand mit einem Mittelbahnsteig überführt werden. Der Seitenbahnsteig wurde abgebrochen.


Gleislage zwischen Charlottenburg und Heerstraße vor dem Umbau

Gleislage nach dem Umbau 1928

Literatur

W. Berdrow: Zur Geschichte und Entwicklung der Landhauskolonie Westend bei Berlin. Zentralblatt der Bauverwaltung, 28. Jg., Heft 37 (9. Mai 1908), S. 256-258

Erich Giese: Der neue Bahnhof Rennbahn im Grunewald bei Berlin und die Herstellung besonderer Vorortgleise zwischen Bahnhof Heerstraße und Spandau. Zentralblatt der Bauverwaltung, 30. Jg., Heft 83 (15. Oktober 1910) und Heft 85 (22. Oktober 1910), S. 537-542 und 553-557

L. Jänecke: Die Neugestaltung der Bahnanlagen bei Berlin Charlottenburg. Verkehrstechnik, 8. Jg., Heft 33 (19. August 1927), S. 553-556

Zorn, Richard Brademann: Zur Betriebseröffnung des Bahnhofes "Ausstellung" der Berliner Stadt-, Ring- und Vorortbahnen. Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahnverwaltungen, 68. Jg., Heft 51 (20. Dezember 1928), S. 1354-1357




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